Knapp 100 Jahre wird es noch dauern, bis Frauen und Männer die gleichen Chancen, Gehälter und Rechte haben werden, hat das Weltwirtschaftsforum Ende 2019 vorgerechnet. Im „Global Gender Gap Report“ hat es Deutschland zwar unter die Top Ten geschafft, schaut man sich aber den Bereich Wirtschaft an, liegen wir nur auf Rang 48. Ganz schlecht sieht es aus, wenn man sich Frauen in Führungspositionen anschaut. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit sind nur 26 Prozent der obersten Führungskräfte in der Privatwirtschaft Frauen. Auf der zweiten Führungsebene liegt ihr Anteil immerhin bei 40 Prozent. Seit der Einführung der Frauenquote in Unternehmensführungen 2016 hat es keine prozentuale Veränderung am Frauenanteil gegeben.

Diskriminierung ist jedoch nur ein Aspekt des Themas, denn die Wirtschaft beraubt sich einer großen Chance, wenn sie auf Frauen in Führungspositionen weiterhin verzichtet. Frauen haben nämlich oft eine bessere Ausbildung als Männer, sind Organisationstalente, verstehen sich besser auf Kommunikation und haben darüber hinaus viel Teamgeist. Es gibt keinen objektiven Grund auf dieses Potenzial zu verzichten. Frauen bereichern jeden Führungskreis, gemeinsam führen Frauen und Männer besser.

Vorbilder fehlen

Trotzdem gibt es in den Unternehmen viele Vorbehalte gegenüber Frauen in Führungspositionen und in den meisten Großunternehmen fehlen die Vorbilder auf Führungsebene. Nach wie vor gilt auch, dass es Frauen mit Familie in Top-Führungspositionen schwerer haben als Männer. So ist zum Beispiel die Bereitschaft, Führungspositionen in Teilzeit zu besetzen, so gut wie nicht vorhanden. Dabei ist das letztlich eine Frage der Organisation und Kommunikation und damit kennen sich Frauen aus. Der Mittelstand macht vor, dass es funktionieren kann. Immer mehr Frauen treten die Nachfolge in Familienunternehmen an. Als Gesellschafterinnen haben sie die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wie und mit welcher Unterstützung sie ihre Rolle als Geschäftsführerin ausfüllen wollen. Doch auch sie erfahren, wie anstrengend es sein kann, mit allen Bällen gleichzeitig jonglieren zu müssen: Unternehmen, Familie und Kinder. Männer haben es meistens leichter, denn die Partnerin hält ihnen den Rücken frei. Es wird mit zweierlei Maß gemessen.

Engagement für Spitzenfrauen

Ich bin überzeugt, dass Frauen in Führungspositionen unsere Unternehmen erfolgreicher machen. Frauen müssen unterstützt und gefördert werden, damit sie ihr volles Potenzial entwickeln können. Allzu oft stellen sie ihr Licht unter den Scheffel, trauen sich zu wenig zu und sind viel zu selbstkritisch. Deshalb habe ich mich der Initiative „Spitzenfrauen Baden-Württemberg“ spitzenfrauen-bw.de angeschlossen. Auf diesem Portal zeigen über 120 Spitzenfrauen die Vielfalt von Frauenkarrieren in Baden-Württemberg und ermutigen andere Frauen, sich für eine Karriere zu entscheiden, Aufstiegskompetenzen zu entwickeln und sich Karriereperspektiven zu erschließen.

Ich beteilige mich seit einigen Monaten am Mentoring-Programm der Spitzenfrauen. Wir unterstützen Frauen bei der Karriereplanung durch fachliche Beratung, Erfahrungsaustausch und Coaching. Ich möchte meine jahrzehntelange Erfahrung in der Begleitung von Frauen und jungen Nachfolgerinnen sowie Coaching von Führungskräften Frauen zur Verfügung stellen, sie dabei unterstützen, ihr Potenzial zu entwickeln und Spitzenpositionen auszufüllen. Dabei lege ich besonderen Wert auf die Themen Selbst- und Konfliktmanagement, Kommunikation und Führungskompetenz.

Ich freue mich über jede Anfrage über das Portal der „Spitzenfrauen Baden-Württemberg“. spitzenfrauen-bw.de Gerne können Sie mich auch direkt ansprechen.