Meine Coaching-Werkstatt war bisher Frauen vorbehalten. Im Juli war zum ersten Mal ein männlicher Teilnehmer dabei. Aufgrund der großen Nachfrage biete ich sie im November 2020 Flyer deshalb noch einmal für eine gemischte Gruppe an. Im Interview berichtet die Chefärztin eines kommunalen Großkrankenhauses über ihre Eindrücke und Erfahrungen. Wir haben uns bei einem Führungskräfte-Seminar kennengelernt und sie hat die Coaching-Werkstatt dieses Jahr zum zweiten Mal besucht.

Schöpfen Sie neue Kraft und gönnen Sie sich 2 Tage Zeit für sich selbst, Ihre Ziele und das Bearbeiten von persönlichen Anliegen.

Stärken Sie Ihre Persönlichkeit und nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre persönliche Situation aus der Vogelperspektive zu betrachten – im Beruf und im Unternehmen.

Knapp 100 Jahre wird es noch dauern, bis Frauen und Männer die gleichen Chancen, Gehälter und Rechte haben werden, hat das Weltwirtschaftsforum Ende 2019 vorgerechnet. Im „Global Gender Gap Report“ hat es Deutschland zwar unter die Top Ten geschafft, schaut man sich aber den Bereich Wirtschaft an, liegen wir nur auf Rang 48. Ganz schlecht sieht es aus, wenn man sich Frauen in Führungspositionen anschaut. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit sind nur 26 Prozent der obersten Führungskräfte in der Privatwirtschaft Frauen. Auf der zweiten Führungsebene liegt ihr Anteil immerhin bei 40 Prozent. Seit der Einführung der Frauenquote in Unternehmensführungen 2016 hat es keine prozentuale Veränderung am Frauenanteil gegeben.

Grafik: Gesellschafterkreis.

Laut Schätzungen des IfM Bonn steht bis 2022 jedes Jahr in 30.000 Familienunternehmen die Übergabe an. Am liebsten möchten die Inhaber an ihre Kinder übergeben, doch die haben heute vielfältige Optionen und je später die Übergabe stattfindet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Kinder anderweitig orientieren. Laut einer Kfw-Studie ist immerhin jeder zehnte Inhaber bei der Übergabe bereits 77 Jahre alt. Das kann auch dem Unternehmen schaden, denn, so ein weiteres Ergebnis der Kfw-Studie: Je näher der Zeitpunkt der Übergabe rückt, desto seltener werden Innovationsprojekte umgesetzt und je älter ein Mensch ist, desto weniger risikobereit ist er in der Regel. Das bedeutet für das Unternehmen Stillstand und nachlassende Wettbewerbsfähigkeit. Wer seine Nachfolge aber frühzeitig gemeinsam mit der Familie plant und umsetzt, gibt nicht nur dem potenziellen Nachfolger eine reelle Chance, sondern stellt das Unternehmen zukunftsfähig auf und vermeidet Unstimmigkeiten in der Familie.

Coaching-Werkstatt für Unternehmerinnen

Vom 7. bis 9. Juli kamen fünf Unternehmerinnen zu Jutta Knauers

„Coaching-Werkstatt für Unternehmerinnen“

nach Kressbronn am Bodensee. Zwei von ihnen waren schon mehrmals dabei, die drei anderen zum ersten Mal. Sie kamen aus Handwerks- und Industriebetrieben, sogar eine Chefärztin war dabei. Sie alle hatten den Wunsch, sich in Ruhe mit den Themen zu befassen, die ihnen in ihrer täglichen Arbeit begegnen. Im Grunde genommen, so die einhellige Meinung, hat jede die gleichen Probleme und alle können voneinander lernen. Führungskräfte geben mehr als andere im Unternehmen und arbeiten oft am Limit. In der Werkstatt nahmen sich die Teilnehmerinnen Zeit, über den Umgang mit den eigenen Ressourcen und sich selbst nachzudenken und Lösungen für anstehende Aufgaben und Probleme zu finden. In der kleinen Gruppe konnten sie frei über ihre Sorgen, Ängste und Träume als Unternehmerinnen und Frauen sprechen.

Aufgaben und Verantwortung eines Unternehmers sind viel größer und vielseitiger als es sich Nachfolger vorstellen können. Als Nachfolger und Unternehmer werden die jungen Menschen verschiedene Rollen wahrnehmen müssen und sollten diesen auch gerecht werden. Professionelle Begleitung hilft dem Nachfolger nicht nur dabei, die erforderlichen Kompetenzen zu entwickeln und ständig daran zu arbeiten, sondern versetzt ihn in die Lage, den Nachfolgeprozess mit einem klaren Plan mitzugestalten, das Unternehmen zuerst gemeinsam mit dem Übergebenden und später alleine profitabel zu steuern.

Die Anforderungen an Unternehmer und Führungskräfte haben sich verändert und sind vielseitiger geworden. Dies erfordert ein anderes Bewusstsein gegenüber der eigenen Rolle/Aufgabe sowie gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Umwelt und auch gegenüber sich selbst.

Die Zeiten von Mr. Allwissend, der Führungskraft, die alles weiß und alles kann, sind vorbei. Heute und vor allem künftig ist der Catalyst gefragt, der Visionär, der für das Wahrwerden von Visionen sorgt, die richtigen Leute zusammenbringt, Kompetenzentwicklung und Potenzialentfaltung von Mitarbeitern und Team fördert sowie inspiriert und Verantwortung überträgt. Statt eines Teams, das für die Führungskraft arbeitet, dient die Führungskraft jetzt dem Team. Das verlangt von Führungskräften mindestens ebenso viel Veränderung wie von den Mitarbeitern.